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Parodontitisbehandlung bei Diabetikern

Die initiale Parodontitistherapie (Vorbehandlung) sollte, genau wie bei allen Parodontitispatienten auch, auf die Kontrolle der Infektion gerichtet werden. Voraussetzung für eine optimale Kontrolle über den Blutzuckerspiegel ist die Zusammenarbeit mit dem behandelnden Hausarzt oder Internist. Nur dadurch kann ein optimaler Plan zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels ausgearbeitet werden, Eine wichtige Aufgabe des Zahnarztes ist die Aufklärung des behandelnden Arztes über den Parodontalzustand des Patienten. Das Bestehen oder Fortschreiten der Parodontitis könnte zu einer erhöhten Insulinresistenz bzw. auch erhöhten Insulinbedarf, d. h. Therapiekorrektur führen und dadurch den Diabetes weiter verschlechtern.

Die Behandlungen sollten zeitlich so kurz und so stressfrei wie möglich gestaltet werden. Es sollten keine Änderungen in der Routineeinnahme der notwendigen Medikamente durchgeführt werden. Um einer Hypoglykämie vorzubeugen, sollte auf die Notwendigkeit der Einnahme eines Frühstücks hingewiesen werden. Aufgrund der erhöhten Konzentrationen von endogenen Kortikosteroiden sollten die zahnärztlichen Behandlungen. wenn möglich, früh morgens durchgeführt werden. Um der Erhöhung des Blutzuckerspiegels vorzubeugen, sollten die anzuwendenden Lokalanästhetika nicht mehr als 1:100.000 Adrenalin enthalten.

Antibiose

Bislang ist nicht belegt, dass der routinemäßige Einsatz von Antibiotika die Ergebnisse einer Parodontaltherapie bei Diabetikern zusätzlich verbessern kann. Nach dem heutigen Stand besteht keine Notwendigkeit für eine routinemäßige Antibiose während und nach der Durchführung einer systematischen Parodontitistherapie.
Bei Diabetikern, die auf eine Parodontitistherapie nicht ansprechen, kann eine antibiotische Begleittherapie aufgrund eines vorher angefertigten Antibiogramms in Erwägung gezogen werden. Die Zusatzapplikation von Tetrazyklin (Doxycyclin) könnte wegen der zusätzlich hemmenden Wirkung der Metalloproteinaseaktivität empfohlen werden.

Intensiver Recall

Die Ergebnisse der Parodontitistherapie können nur unter einer sehr genauen Plaquekontrolle erhalten bleiben. Dabei sollten Nachsorgeuntersuchungen (Recall) in regelmäßigen Abständen (alle 3 Monate) durchgeführt werden



 

Dr. Martin Schweppe . Königstr. 15 . D- 48291 Telgte . Tel 02504-2111 . Fax 02504-4952

Dipl. univ. Implantologie . Dipl. univ. Basal-Implantologie . MSc Parodontologie