Methoden der Zahnimplantation

Die lmplantologie als Bestandteil der zahnmedizinischen Schulmedizin unterliegt einer rasanten Entwicklung, deren Motor die Optimierung der bestehenden Implantatsysteme ist.

Die kristale Zahnimplantation

Häufig ist nicht ausreichend Knochen vorhanden, um das Implantat crestal, d.h. vom Kieferkamm aus, im Knochen durch Schraubmechnismen zu verankern. Die überwiegend angewandte herkömmliche crestale Operationstechnik setzt die z.B. am Beckenkamm entnommene Knochensubstanz im Kiefer wieder ein und verankert hierin das Implantat. Die Implantation erfolgt danach meist in zwei Operationen.

Die Risiken dieser Technik sind naheliegend: der transplantierte Knochen kann ganz oder teilweise nicht in der Kieferhöhle anwachsen. Es kommt zu einem Verlust des Transplantats mit eitrigen Infektionen der Kieferhöhle und weiteren erheblichen Verlusten des ortsständigen Knochens. Wurden die Transplantate bereits im Zusammenhang mit der Transplantation gesetzt, gehen diese in diesem Fall mit verloren. Probleme mit der Deckung der Weichteilwunden führen zu Nachoperationen. Hierbei kann es zu Verletzungen der umgebenden Strukturen, namentlich der Speicheldrüsen kommen. Ferner ist Knochenentnahme am Becken mit einer Vollnarkose verbunden.

Als Folgen der Beckenknochenentnahme sind zu erwähnen; zwar können 75% der Patienten nach 14 Tagen wieder ohne Krücken gehen, die Bilanz der direkten Schäden an der Hüfte ist jedoch wesentlich schlechter: 30% der Patienten können zeitlebens keinen Gürtel mehr tragen. Der schmerzfreie aufrechte Gang gelingt den Patienten oft erst nach monate- bis jahrelanger Ubung und nach täglichem Bewegungstraining und Physiotherapie. Die Knochentransplantation an sich dürfte im Schnitt mit 15-20 % Komplikationen verbunden sein. Unbelasteter Knochen, also auch in die Kieferhöhle transplantierter Knochen verliert innerhalb eines Jahres bis zu 80% seines Volumens. Auch wenn die Einheilung des Transpiantates gelingt, muss auf Grund der fehlenden Blutversorgung im Transplantat davon ausgegangen werden, dass das Transplantat zumindest in Teilen abstirbt und damit eine potentielle lnfektionsgefahr darstellt oder langsam resorbiert wird.

Die Basalosseointegration

Das vordringende basalosseointegrierte lmplantat ist in der Lage, eine festsitzende Versorgung durch die Einbringung eines Implantates von der Seite her zu etablieren. Der Vorzug dieser Methode besteht darin, dass die Kraftübertragungsflächen im Knochen nicht mit dem Ort zusammenfallen, der dem bakteriellen Angriff ausgesetzt ist. Hierdurch kommt es nur selten zu lmplantatverlusten und das betroffene Knochenareal kann für die jeweilige Aufgabe optimal und vor Infektionen geschützt vom Körper versorgt werden. Ein Implantatverlust kann hierdurch häufig vermieden werden.

Ablauf Einsetzen eines BOI-Implantats

Ablauf der lateralen Insertion bei BOI-Implantaten

Die zahnmedizinische Indikation zugunsten der basalosseointegrierten Methode besteht jedenfalls bei den folgenden Fallgruppen:

1.) Im Falle atrophierter Ober- und Unterkiefer besteht der entscheidende Vorteil dieser Implantatmethode darin, dass das vertikale Knochenangebot unerheblich ist. Es muss zur Implantation kein Knochen transplantiert —augmentiert— oder distrahiert werden. Die oben beschriebenen Nachteile der herkömmlichen Operationsmethode und die Transplantation von Knochen aus dem Beckenkamm unter Vollnarkose werden dem Patienten erspart.

2.) Im Falle von Bisslagendiskrepanzen, insbesondere bei Vorliegen einer Klasse III Bisslage, bereitet die Versorgung des unbezahnten Oberkiefers regelmäßig Probleme, da die Prothese ohne vorhergehende chirurgische Intervention abkippt und kein normales Essen ermöglicht. Während früher in Vollnarkose eine sagitale Spaltung des Unterkiefers mit Umstellungsosteotomie vorgenommen wurde, lässt es die Versorgung mit basalosseointegrierten Implantaten zu, sagitale Stufen von bis zu 2,5 cm noch festsitzend zu versorgen, ohne den Unterkiefer operieren zu müssen. Dies bedeutet für den Patienten einen erheblichen Vorteil, weil sie ihm die Umstellungsosteotomie des Unterkiefers erspart. Dabei wird der Unterkiefer im Bereich des aufsteigenden Astes abgeschnitten und weiter zurückversetzt und anschliessend wieder angeschraubt. Schrauben und Platten müssen ggfls. später wieder entfernt werden. Ebenso wird heute immer noch die Vorverlagerung des

Oberkiefers mit oder ohne Knocheninterponat zum Zwecke der Herstellung einer Kongruenz der Kiefer durchgeführt, um anschliessend eine Totalprothese oder enossale Implantate einzugliedern. Auch dieser Eingriff lässt sich heute durch das schonendere Basalosseointegrationsverfahren ersetzen. In einem einzigen, zumeist ambulant durchgeführten Eingriff, werden an strategischer Stelle je Kiefer mindestens vier Implantate eingebracht, die die spätere prothetische Konstruktion tragen. Durch die Optimierung der Pfeilerposition lassen sich auch Hebeikräfte grösseren Ausmasses prothetisch-implantologisch neutralisieren und schadensfrei in den Kieferknochen ableiten. Die Kieferverlagerung wird so umgangen und die Patienten sind mit festsitzendem Zahnersatz adäquat versorg bar.

3.) In den Fällen, in denen eine teleskopierende, herausnehmbare Pothese zahnmedizinisch nicht vertretbar ist, weil hierdurch eine Überbelastung der wenigen, verbliebenen Zähne forciert wird, die infolge dieser Überbelastung dann selbst langfristig gefährdet wären, vermag die basalosseointegriete Methode einen Zahn zu implantieren, der kurzfristig nach der Einbringung vollwertig belastbar und für die Befestigung von gutsitzendem Zahnersatz geeignet ist. So kann leicht eine Pfeilervermehrung vorgenommen werden.

Weitere Methoden, insbesondere Mischformen und Varianten

Im Rahmen der herkömmlichen Methode besteht Varianz insofern, als zum Teil das Zahnimplantat zeitgleich mit dem Beckenknochen im Kiefer implantiert wird, zum Teil das Zahnimplantat zu einem späteren Zeitpunkt, nämlich im Rahmen einer zweiten Operation, eingebracht wird. Der Ubergang von der herkömmlichen Methode zur basalosseointegrienten Methode ist jederzeit möglich und wird mangels zureichender Aufklärung zum Teil erst dann von dem Patienten gewählt, wenn die Einheilung des Beckenknochens oder des crestalen Implantats im Kiefer nicht gelingt ist und dieser abgestoßen wurde.


Zahnarztpraxis
Dr. Martin Schweppe
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